Loslassen klingt leicht. Ich finde es aber dennoch herausfordernd: Die Energie wirklich aus dem Arm nehmen und ihn einzig der Schwerkraft überlassen. Ich bin es nicht gewohnt. Will lieber Kontrolle bewahren. Manchmal sitze ich da und bemerke, dass ich die Schulter hochgezogen habe.
Wozu? Warum? Sie müssen in diesem Moment nichts tragen. Dennoch verhalten sie sich so, als höben Sie die Last der Welt.
Deswegen empfinde ich das Fallenlassen der Hand auf den Oberschenkel als enorm hilfreich. Ich bin nicht abgelenkt durch irgendein Medium, wie z. B. den Stock.
Ich lasse einfach die Hand auf den Oberschenkel fallen. Spüre den satten Aufprall, der fast schon schmerzt. Genieße den Impuls, bevor der Arm sich wieder hebt.
Fühle die Schwerelosigkeit im Scheitelpunkt. Und die unendliche Kraft von Mutter Erde, die alles zu ihrem Mittelpunkt zieht. Alles will, muss dahin. Alles gehört der Erde.
So auch der Oberarm, die Ellbogen, Unterarm, Handgelenk und Hand. Sie gehören der Erde und werden mit unwiderstehlicher Macht zu ihrer Mitte gezogen. Beschleunigen. Fallen. Aufschlagen. Ruhen.
Bis ein Impuls aus meiner Mitte sagt, ein Impuls der dem immanenten Rhythmus zugrunde liegt: „Hand! Gelenke. Arm. Ihr gehört auch mir. Ihr unterliegt auch meinem Willen. Erhebt euch in neue Höhen.“
Großartig, oder?! Und das alles nur in einer simplen Schlagfolge.
Und jetzt das tiefe Fallenlassen auf jeden Fullstroke übertragen. Der Backbeat fällt ins Bodenlose.

