Immer wieder habe ich mich mit vertieftem Lernen beschäftigt. Dabei auch mit meiner „Weaker Side“ – also meiner schwächeren (linken Seite). Doch heute wurde mir klar, dass es etwas gibt, was ich auch sträflich vernachlässige: Die Unabhängigkeit der Füße. Deswegen habe ich heute ein Fußgelübde abgelegt …
Pass auf …
Das Fußgelübde
Ich übe mindestens ein Jahr nur mit den Füßen.
Bämm.
Das saß.
Einerseits erschreckte mich der Gedanke. Andererseits war ich so fasziniert, dass ich es einfach tut musste. Also schnelle alles andere abgebaut. Was dann so aussah:

Was für die Hand gut ist, ist auch für den Fuß gut
Also beinhaltete der Übungsplan …
- Rudiments
- Bewegungsplan
- Akzent
- Lesen
- Weaker Side
- Unabhängigkeit
Und genau das alles habe ich seitdem geübt. Die Hände ruhten. Fand Andy gar nicht toll. Wie oft hat er mich gewarnt. Nur um sich später nicht vorhalten zu müssen, er habe mich nicht gewarnt. Hey! Ich bin erwachsen.
Für mich war es wie eine Offenbarung. Übungen, die ich für die Hände als notgedrungen empfunden hatte, machten mir plötzlich richtig Freude.
Ich lernte für die Akzente laut/leise spielen. Rudiments wurden mit der Zeit immer lockerer. Paradiddles gelangen zunehmend. Lockerheit und Geschwindigkeit entwickelten sich.
Jetzt auch mit Hi-Hats
Nach etwa einem halben Jahr habe ich Hi-Hats dazu gestellt. Das war eine Erweiterung des Sounds und der Komplexität.
Mit ihnen habe ich begonnen, das gleiche Programm zu üben, wie mit den Fußmaschinen. Zusätzlich Hi-Hat Open/Closed.
Und die Zeit für das Experimentieren mit Grooves kam fast zwangsläufig. Dazu arbeitete ich mich in die Groove Essentials von Tommy Igo ein, kreierte eine Übertragung auf die vier Instrumente.

Stand Dezember 2018
Für mich ist das eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Ich liebe die Fußarbeit und bereue nicht eine einzige Minute dieses Übens. Zwischendurch lasse ich die Hände mal etwas auf die Schenkel klatschen. Dabei bin ich begeistert, wie sie mit gelernt haben. Sehr effektiv.
Jetzt bleiben mir noch vier Monate bis April 2019. Immer wieder denke ich darüber nach, das Gelübde zu verlängern.
Aber schon jetzt bin ich mir bewusst, dass ich mir etwas ganz besonderes schaffe. Gleich morgen will ich wieder in den Keller und weiter üben …
Kann’s kaum erwarten.

