Ich weiß nicht, ob ihr es kennt. Ihr fühlt bei dem Gedanken an bestimmte Tätigkeiten Unbehagen, weil ihr denkt, dass ihr für diese Tätigkeiten ungeeignet seid.
So ging es mir mit dem Schlagzeug, bzw. mit dem Thema Rhythmus.
Es fing schon in grauer Schulzeit an. Von meinen Eltern verordnet, lernte ich Geige spielen – wofür ich im Nachhinein natürlich sehr dankbar bin. Aber dann waren da diese punktierten Viertel. Und Pausen. Und Synkopen. All das brachte mich schnell an meine Grenzen.
Später in der Pubertät hatte ich auf dem langen Weg von der Bushaltestelle nach Hause viele Gelegenheiten im Takt des Schrittes Schläge zu platzieren. Besonders die zwischen den Schritten (Off-Beats) waren entsprechend herausfordernd.
Kurz: Ich habe immer von mir selbst das Bild gehabt, dass ich rhythmisch und motorisch ungeeignet bin, Schlagzeug zu spielen. Gleichzeitig habe ich mich aber immer zu dem Instrument und seinen Helden hingezogen gefühlt.
So erinnere ich mich heute noch an magische Momente mit Alphonse Mouzon im Domizil in Dortmund. Yeah …
Im März 2015 war es dann soweit. Marvin, 14 Jahre alt, Limp Bizkit-Fan, kaufte sich von seinem Ersparten ein Schlagzeug. Ich hatte mit Marvin zu tun, weil er – was seine schulische Laufbahn und Ordnung angeht – ein totaler Chaot war. Wir haben etwas Struktur und Ordnung hineinbringen können, aber letzten Endes war der beste Tag in seinem Leben der, als er zwei Jahre später die Schule beendet hatte. Super IQ übrigens.
Wie auch immer. Plötzlich hatte er dieses elektronische Yamaha Schlagzeug unter seinem Hochbett stehen.
Was das bei mir ausgelöst hat, davon berichte ich euch beim nächsten Mal.

